The Sinking City 2 erscheint am 18. August 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Frogwares richtet die Reihe stärker auf Survival-Horror aus und stellt knappe Munition, begrenzten Inventarplatz und gefährliches Backtracking stärker in den Mittelpunkt als die breit angelegte Detektivstruktur des ersten Spiels.
Spieler übernehmen die Rolle von Calvin Rafferty, einem Okkult-Abenteurer, dessen Versuch eines Traumrituals dazu führt, dass seine Freundin Faye in einem mysteriösen Schlaf gefangen bleibt. Später wird ihr Körper entführt, wodurch Calvin gezwungen ist, die überflutete Stadt Arkham zu durchsuchen, während Kreaturen namens Slither tote Bewohner in Besitz nehmen und entstellen.
Frogwares setzt bewusst auf ein langsameres und vorsichtigeres Vorgehen. Wer das falsche Gebäude ohne ausreichend Munition oder Heilmittel betritt, kann aus einer kurzen Erkundung schnell einen kostspieligen Rückzug machen.
Arkham ist von Wasser, Verfall und blockierten Wegen geprägt
Das Spiel spielt in einer Hafenstadt Neuenglands der 1920er-Jahre, die von einer übernatürlichen Flut überrollt wurde. In den Straßen finden sich beschädigte Art-déco-Gebäude, verlassene Krankenhäuser, überflutete Märkte und dunkle Speakeasies.
Die Fortbewegung erfolgt zu Fuß und mit dem Boot. Wasser trennt Teile der Stadt voneinander, während eingestürzte Deiche und zerstörte Straßen direkte Wege zwischen vielen Orten verhindern. Spieler müssen lernen, welche Anlegestellen zu wichtigen Gebäuden führen und wo neu geöffnete Abkürzungen spätere Wege verkürzen können.
Das Boot ist mehr als nur ein Mittel, um offenes Wasser zu überqueren. Es verbindet verschiedene Stadtteile, während der Spieler Bedrohungen ausgesetzt bleibt, die entlang der Route auftauchen können. Eine sichere Ankunft am Steg bedeutet nicht automatisch, dass auch das Gebäude dahinter sicher ist.
Innenräume erzeugen eine andere Art von Druck. Enge Korridore schränken die Bewegungsfreiheit ein, geschlossene Türen verbergen Gegner und schlechte Beleuchtung erschwert die Einschätzung, ob sich in einem Raum Vorräte oder ein Hinterhalt befinden.
Begrenzter Inventarplatz erzwingt Entscheidungen noch vor dem Kampf
Calvin kann nicht jede Waffe, jedes Heilmittel und jede gefundene Munition mit sich tragen. Jede Unternehmung beginnt deshalb mit einer praktischen Frage: Welche Ressourcen werden im nächsten Gebiet voraussichtlich gebraucht?
Eine Schusswaffe kann zuverlässige Feuerkraft bieten, verbraucht aber wertvolle Munition. Eine Nahkampfwaffe spart Kugeln, zwingt den Spieler jedoch näher an die Gegner heran. Wer zu viele Waffen mitnimmt, hat möglicherweise nicht genug Platz für Heilmittel oder neu gefundene Gegenstände.
Spieler müssen außerdem den Wert eines freien Inventarplatzes einschätzen. Freier Platz ermöglicht es, während der Erkundung nützliche Ressourcen mitzunehmen, bedeutet aber zugleich, mit weniger Ausrüstung in ein Gebiet zu gehen.
Ein sicherer Zufluchtsort bietet die Möglichkeit, Vorräte aufzufüllen und den Charakter-Build anzupassen. Dorthin zurückzukehren kann sicherer sein, als nach einem schwierigen Kampf weiterzugehen. Der Nachteil: Backtracking kann Calvin erneut Gefahren aussetzen und Ressourcen verbrauchen, die eigentlich für das nächste Ziel vorgesehen waren.
Die Slither machen tote Körper zu aktiven Bedrohungen
Die Slither verhalten sich nicht wie gewöhnliche menschliche Gegner. Sie übernehmen Leichen und formen sie zu feindseligen Marionetten um, weshalb ein Körper in der Umgebung nicht immer als harmlose Kulisse betrachtet werden kann.
Ihre Anwesenheit verändert die Art, wie Räume gelesen werden. Wer etwa eine Krankenhausstation betritt, sollte möglicherweise zuerst Boden und Betten überprüfen, bevor Schränke durchsucht werden. Eine Leiche neben einem Gegenstand kann eine Warnung, eine Quelle für Hintergrundinformationen oder ein Gegner sein, der nur darauf wartet, sich zu bewegen.
Andere Kreaturen verlangen andere Reaktionen. Deep Ones können aus dunklem Wasser auftauchen und machen überflutete Gebiete selbst dann gefährlich, wenn die Straße vor dem Spieler leer wirkt. Schattenartige Bedrohungen können den Raum verzerren und die Orientierung beeinträchtigen.
Nicht jede Begegnung sollte sofort ausgefochten werden. Wenn ein Gegner mehr Munition verbraucht, als das Gebiet voraussichtlich zurückgibt, kann ein Rückzug die bessere Entscheidung sein. Eine alternative Route, eine optionale Untersuchung oder ein Waffen-Upgrade kann dieselbe Begegnung später deutlich einfacher machen.
Die Schusswaffen passen zum Setting der 1920er-Jahre
Calvin nutzt zeittypisch inspirierte Schusswaffen sowie Nahkampfwaffen. Das Arsenal orientiert sich stärker an den Einschränkungen eines Survival-Horror-Spiels als an der permanenten Versorgung eines Action-Shooters.
Das richtige Timing beim Nachladen ist besonders wichtig. Wer in einem offenen Korridor nachlädt, kann handlungsunfähig sein, wenn ein Gegner schnell die Distanz schließt. Wer zu lange wartet, riskiert dagegen, beim nächsten Angriff mit leerer Kammer dazustehen.
Treffsicherheit wirkt sich direkt auf den Ressourcenverbrauch aus. Ein Fehlschuss bedeutet nicht nur verlorenen Schaden, sondern vernichtet Munition, die einige Räume später dringend gebraucht werden könnte, wenn ein Rückzug schwieriger ist.
Auch die Waffenwahl hängt vom jeweiligen Raum ab. Eine Waffe für große Kreaturen kann gegen einen schwächeren Slither überdimensioniert sein, während eine leistungsschwächere Option einen Gegner in einem engen Raum möglicherweise nicht schnell genug stoppt.
Nahkampf ermöglicht es, Munition zu sparen, hat aber ebenfalls seinen Preis. Eingesteckter Schaden kann ein Heilmittel kosten, das wertvoller ist als die gesparten Kugeln.
Optionale Untersuchungen können die Überlebenschancen verbessern
The Sinking City 2 nutzt weiterhin Frogwares' Erfahrung mit Detektivmechaniken, ohne jede Untersuchung verpflichtend zu machen. Optionale Fälle lassen Spieler Ritualspuren untersuchen, Tagebücher entschlüsseln, verstörende Hinweise prüfen und Rätsel abseits der direkten Hauptroute lösen.
Der Abschluss solcher Fälle kann Upgrades, Vorräte und sicherere Wege freischalten. Die Belohnung ist damit nicht nur an Hintergrundgeschichte gebunden, sondern direkt mit dem Überleben verknüpft.
Eine Untersuchung kann erklären, wie sich eine Bedrohung umgehen lässt, die zunächst schwer zu bekämpfen scheint. Eine andere kann eine Abkürzung durch einen Stadtteil öffnen und dadurch die Zahl der Gegner auf späteren Wegen reduzieren.
Der Spieler muss entscheiden, ob die mögliche Belohnung das unmittelbare Risiko rechtfertigt. Ein Nebenraum mit einem Hinweis kann gleichzeitig eine Kreatur und nur sehr wenig Munition enthalten. Wer ihn ignoriert, spart kurzfristig Ressourcen, könnte Calvin aber im nächsten wichtigen Kampf schwächer dastehen lassen.
Diese Struktur verhindert, dass Detektivarbeit den Hauptfortschritt ausbremst. Spieler, die einen direkten Survival-Horror-Weg bevorzugen, können weiterziehen, während gründlichere Erkundung praktische Vorteile verschaffen kann.
Abkürzungen verändern den Wert des Backtrackings
Arkhams zerstörte Straßen und verbarrikadierte Innenräume schränken die Bewegungsfreiheit zunächst stark ein. Das Öffnen eines Tors, das Freiräumen eines blockierten Durchgangs oder das Finden eines Weges hinter einem Deich kann Gebiete verbinden, für die zuvor ein langer Umweg nötig war.
Eine Abkürzung wird besonders wertvoll, wenn der Inventarplatz knapp ist. Der Spieler kann zu einem sicheren Zufluchtsort zurückkehren, unerwünschte Gegenstände einlagern und anschließend wieder in das noch nicht abgeschlossene Gebiet gelangen, ohne den gesamten ursprünglichen Weg wiederholen zu müssen.
Sie kann außerdem einen Fluchtweg schaffen. Ein schwieriger Raum ist weniger gefährlich, wenn Calvin einen zuverlässigen Ausgang zu einem bereits gesäuberten Korridor oder zu einem nahe gelegenen Boot hat.
Dadurch wird das Erinnern an die Umgebung wichtiger. Spieler, die sich verschlossene Türen, ungewöhnliche Symbole und unerreichbare Plattformen merken, können später zurückkehren, sobald sie das passende Werkzeug oder die nötige Information besitzen. Wer jedes Gebiet nur schnell durchläuft, kann Wege übersehen, die spätere Abschnitte erheblich vereinfachen.
Der Nachfolger wechselt das Genre, statt das erste Spiel zu wiederholen
Das erste The Sinking City legte deutlich mehr Gewicht auf Open-World-Erkundung und das Lösen von Fällen. Der Nachfolger setzt auf eine kompaktere Survival-Horror-Struktur, in der Kämpfe, Inventarbegrenzungen und der Zustand der Umgebung den Fortschritt stärker bestimmen.
Diese Verschiebung verändert auch die Detektivelemente. Hinweise liefern weiterhin Informationen, können nun aber auch Waffen-Upgrades, Versorgungswege und Entscheidungen darüber beeinflussen, wann sich ein Kampf lohnt.
Calvin ist außerdem ein anderer Typ Hauptfigur. Er wird als Okkult-Abenteurer beschrieben, dessen eigene leichtsinnige Entscheidungen zur Katastrophe beitragen. Seine Suche nach Faye gibt der Handlung ein direktes persönliches Ziel, während Arkhams Flut die übergeordnete Bedrohung bildet.
Ob das Ergebnis funktioniert, hängt davon ab, wie gut die einzelnen Systeme miteinander verbunden sind. Knappe Munition braucht Gegner, die gefährlich, aber nachvollziehbar sind. Optionale Untersuchungen brauchen Belohnungen, die das Risiko rechtfertigen. Backtracking braucht Abkürzungen, die Rückwege nützlich statt monoton machen.
Die überfluteten Stadtteile geben diesen Systemen einen klaren Rahmen. Arkham ist nicht nur Kulisse für Monster. Boote, blockierte Straßen, verlassene Räume und versteckte Durchgänge bestimmen, was Calvin tragen kann, wohin er fliehen kann und ob die nächste Begegnung überhaupt ausgefochten werden sollte.
